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Mythos Eselstall

Der Forstwald zwischen Westerhausen und Quedlinburg hat ein paar sehr interessante Sachen zu bieten über die es sich lohnt näher darauf einzugehen.

Im Eselstall soll einst ein prähistorischer Steinkreis gestanden haben. Nach einer Beschreibung von 1867 des Quedlinburger Ernst Yxem war dies ein ovalen Kreis von 350 x 500 Fuss (etwa 105 m x 150 m). Er würde damit einer der grössten Steinkreise gewesen sein, grösser als Stonhenge. Der Steinkreis war mit rohen Sandsteinen im Abstand von von 30 bis 50 Fuss (9-15 m) voneinander besetzt. In der Mitte des Kreises soll ein etwa 3,5 m hoher unregelmässiger Sandsteinblock, dessen Ostseite glattbehauen und mit seltsamen etwa 30 cm hohen Schriftzeichen (Runen?) versehen war, gestanden haben. 1852 also 25 Jahre davor hat er in dem Tal “Eselstall” (nachdem später der ganze Forstwald benannt wurde) nach seinen Aussagen noch gestanden. Durch Gewinnung von Ackerfläche ist er dann wahrscheinlich verschwunden. Lange vermutete man den Steinkreis auf einen Acker bei den Schösserköpfen, die Yxem erwähnte. Burghard Sinna Vorsitzender vom Reit- und Westernverein Westerhausen hat nun in seinen Buch “Der Eselstall” ausgiebige Recherchen angestellt und die seiner Meinung nach wirkliche Lage des Steinkreises hierin beschrieben. Er soll sich demnach von Westerhausen kommend hinter dem ehemaligen Forsthaus Eselstall befinden.

Ein historisches Foto vom einst beliebten Ausflugslokal Eselstall, das ausser ein paar Steinen nicht mehr existiert. Wenige Meter dahinter soll der Steinkreis gewesen sein.

Ein Bild des des Malers W. Steuerwald aus Quedlinburg vom “ Eselsteil” um 1850.

 Die Schriftzeichen ( Runen ?) auf dem Mittelsteistein nach Ernst Yxem

Am alten vermuteten Standort bei den Schösserköpfen wurden am Ackerrand sehr viele Steine gefunden. Darunter war ein Tierkopfstein sowie ein grosser markanter “Gesichtsstein”. Beide wurden von sogenanten “Steinsammler” entwendet. Wärend der Tierkopfstein noch nicht wieder auftauchte, konnte der Gesichtsstein wegen seiner Grösse und seines markanten Aussehen wieder beschafft und auf einen Hügel unweit seiner Fundstelle aufgestellt werden. Dieser grosse Stein hat einen fast menschlichen oder aussermenschlichen Gesichtsausdruck der zu Rufen scheint. Mit zwei weiteren eigentümlichen Steinen und einer Sitzbank wird dieser Standort als Geheimtipp immer beliebter. Auch Wandertouren zum Gesichtsstein und zum Steinkreis werden Angeboten (z. B. Heimatverein Westerhausen). Ich konnte auch noch einen kleinen seltsamen Stein entdecken den ich “Gnom” genannt habe. Unweit hiervon im alten Districkt “Der Tempel” steht ein baum dessen Krone wie ein umgedrehtes Omegazeichen aussieht. Gehe ich in Richtung Forsthaus Eselstall weiter, so erkennt man linker Hand einen Baum auf einenFelsen, aus dessen eine seiner Wurzeln sich wieder zu einen neuen baum entwickelt hat. Auch in der Nähe der Wiese am am ehemaligen Forsthaus Eselstall, direkt am Weg steht ein siamesischer Baumzwilling. Ein sehr interessantes Naturschauspiel.

Der Lochstein neben dem Gesichtsstein

Der Tierkopfstein am Fundort, heute leider verschwunden

Der Gesichtsstein von hinten

Der imposante Gesichtsstein

Der Gnom

Die seltsame Baumkrone

 Aus der Wurzel des einen Baums ist ein neuer Baum gewachsen

Ein weiterer sehr interessanter Aspekt sind die zahlreichen prähistorischen Gräber bzw. Grabhügel auf den Höhenzügen des Eselstallforst. Hier fanden auch viele Ausgrabungen Ende des 19 Jahrhundert statt. Die Ausgrabung auf dem Honigkopf, die bei den Westerhäusern das “Hünengrab” genannt wird ist besonders interessant. Der Thalenser Theodor Nolte vom Harzverein für Geschichte und Altertumskunde führte zwei Ausgrabungen 1895/96 an diesem Grab durch. Gefunden wurden etliche Scherben, verschiedene kleine Brandstellen, mittig ein Hockerskelett sowie seitlich eine Steinkiste. Bei der zweiten Grabung (Nachgrabung) ergab die vermutete Steinkiste einen altarartigen Aufbau mit einer stärkeren Brandstelle sowie einen seltsamen bearbeiteten Steinblock von 1,15 m Höhe, der den Eindruck einer menschenähnlichen Gebilde machte (Opferstein, Götzenbild, Menhir). Die Steinsetzung bestand aus 1-1,5 m langen, roh behauenen Blöcken sowie einer grösseren Steinplatte die auf dem Boden lag. Der “Götzenstein” stand davor. Diese zweite Grabung (Nachgrabung) wurde nicht gross veröffentlicht und nicht wissenschaftlich begleitet, da man den Verlust der Objeckte befürchtete. Der Steinblock wurde lange in Thale wenig beachtet bewahrt und dann wahrscheinlich in den 50 er Jahren dem Schlossmuseum in Quedlinburg überstellt. Hier steht er etwas vergessen und unbeachtet und ohne jegliche Information im Jägergarten. Nachzulesen ist dies bei einer “Spurensuche” von Ute Fuhrmann und Rainer Vogt in der Harz-Zeitschrift Nr 63 Jahrgang 2011.

Der primitiv bearbeitete Steinblock im Jägergarten des Schlossmuseums

Das ziemlich lange Grab (Hünengrab) auf dem Honigberg. Links eine Steinsäule vom Heimatverein gesetzt.

Der schönste Weg des Eselstallforst führt auf der Höhe am Waldrand entlang mit herrlichen Ausblicken zum Harz, Teufelsmauer, Hamburger Wappen, Warnstedter Mühle, einigen Stadten un vielen Dörfern. Mehr über diesen Erlebnisweg hier